Am Campus V in Dornbirn soll nach Vorbild der Tabakfabrik Linz ein Innovationsquartier entstehen. Laut Chris Müller, dem Direktor der Tabakfabrik Linz, sind die Voraussetzungen dafür fantastisch.

Für die Studie über das Potenzial eines „Ökosystems für Innovation in Vorarlberg“ waren die Wirtschaftskammer Vorarlberg und die Industriellenvereinigung Impulsgeber und haben zusammen mit dem Land Vorarlberg als gemeinsame Auftraggeber die Studie über die aktuelle Innovationskultur Vorarlberg bei Chris Müller beauftragt. Durch Recherche, Besuche verschiedenster Standorte in Vorarlberg, Workshops, Studien und Datensichtung sollte ein optimaler Standort in Vorarlberg für die Schaffung eines Innovations-Ökosystems gesucht werden. Es hat sich gezeigt, dass Dornbirn die optimalen Voraussetzungen als Startupnkt mitbringt. Als Fokusort wurden dafür das Aral der Sägen-Hallen, der ehemaligen Postgaragen sowie dem Gebiet und der Überbrückung der Ache ausgewählt.

Ökologie für ein Ökosystem für Vorarlberg

In der Studie sowie im Pressefoyer am Dienstag Vormittag spricht Chris Müller von einer Ökologie die zusammen mit FAS Research ausgearbeitet wurde, die notwendig ist, um ein solches Ökosystem auszubauen. Es geht dabei darum, dass verschiedenste Player – seien es aus Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft, Bildung, Startups wie auch Etablierte – am Standort vertreten sein sollen. Diese sollen kuratiert werden und so zusammenkommen, um gemeinsam an Innovationen zu arbeiten. Kollaboration und Kooperation zur Schaffung neuer Projekte und für einen Mehrwert für die Community sind dabei wichtig.

Startschuss und Eröffnung der Postgarage Dornbirn im Oktober

Mit der Postgarage wurde bereits ein erster Schritt gesetzt. Die Tore öffnen sich im Oktober – für den Freiraum für Neugierde, als Treffpunkt für Startups, Innovationsteams, als Ort des Ausprobierens und Entstehung neuer Ideen.

„Die Entwicklung eines Zentrums zur Förderung der innovativen Szene und Entwicklung einer Start-up-Kultur ist ein erster richtiger Schritt“, betont Wirtschaftskammer-Präsident Hans Peter Metzler. „Es gehe darum, eine Drehscheibe für Innovationen und Digitalisierung, sowohl als physische Anlaufstelle als auch für die Bündelung von Kompetenzen zu schaffen“.
„Mit der Postgarage etwa schaffen wir Vorarlbergs ersten Raum für digitale Innovation, in der sich die Start-up-Szene ab Oktober vernetzen sowie Innovationen und Know-how bündeln kann. Es gelte, in neuen Räumen und Kooperationen zu denken, denn eine hohe Innovationsökologie, sprich ein erfolgreiches Wirtschaften unter ökologischen Gesichtspunkten, und Kompetenzen im Bereich der Digitalisierung seien in der schnelllebigen Welt von heute unverzichtbar. Das Projekt ist von strategischer Bedeutung für die Weiterentwicklung unseres Wirtschaftsstandorts. wir sind überzeugt, dass das der richtige Schritt für die Gestaltung der Zukunft ist“, sagt der WKV-Präsident. Mehr dazu auf news.wko.at

Ausbau des Areals von Landesseite geplant

Wie Land, Wirtschaftskammer und IV berichteten, werden laut Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) 100 Millionen Euro in nächsten Jahren in und um die Fachhochschule in Dornbirn investiert. Wallner präzisierte, dass der Ausbau der Fachhochschule im Ausmaß von 50 Millionen Euro bis 2024 bereits beschlossene Sache ist. Weitere 50 Millionen Euro könnten durch private Investoren aus der Wirtschaft dazukommen. „Wenn das Modell funktioniert, werden weitere Investitionen erfolgen“, stellte der Landeshauptmann fest. Schon heute sei das Areal im Herzen Dornbirns rund um Fachhochschule, Postgarage und Campus V ein wichtiger Standort für Wissenschaft, Forschung, Start-ups und die digitale Szene Vorarlbergs.

Die Grundidee ist es, Lehre, Forschung und betriebliche Innovation an einem Standort zu kombinieren und Unternehmen gezielt zusammenzuführen. Dazu werden das Land Vorarlberg und die Stadt Dornbirn gemeinsam eine Gesellschaft gründen, zu denen sich nach den Vorstellungen Wallners auch Private hinzugesellen sollen. Die Gesellschaft soll dabei die Funktion eines Kurators übernehmen, der ein bestmögliches Community-Management der beteiligten Unternehmen sicherstellt. Die verstärkte Kooperation soll Innovation ermöglichen. Wenn ein kleines Unternehmen etwa Gerätschaften nutzen könne, die für die Firma alleine nicht leistbar wären, dann entstehe Raum für Neues, so Müller. Mit der Universität St. Gallen (HSG) in der benachbarten Schweiz werde bereits über einen „Ableger“ in Dornbirn verhandelt, so Wallner.

Ein Netzwerk mit weiteren Standorten

Neben dem angedachten Leuchtturmprojekt in Dornbirn könnten in weiterer Folge aber auch weitere Standorte in Vorarlberg miteinbezogen und so ein richtiges Netzwerk geschaffen bzw. erweitert werden. Dazu gehören unter anderen das Rhomberg Areal, der Millennium Park in Lustenau, die Spinnerei Feldkirch, etc.

 

Mehr Info:

News.wko.at, 03.09.2019, „Innovationskultur: Vorstoß ist von strategischer Bedeutung für Vorarlberg“

Vol.at, 03.09.2019, „Land will in Dornbirn Innovationsquartier entstehen lassen!